Weihrauch HW35K: Edler-Tuning-Individualist
- PelletPanda

- 7. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Ich hatte die 35 schon einmal im Blog, damals allerdings in einer älteren Version ohne „F“. Die war schon gut, aber auch recht ruppig unterwegs. Entsprechend war ich gespannt, wie sich eine moderne Variante schlägt, und dann nicht von der Stange, sondern mit Tuning.
Darf ich mich vorstellen:
Weihrauch HW35K
Kaliber 4,5 mm
Einzellader, Knicklauf
Serie <= 7,5J
Individuell:
AirJoe HW35 Tuning Kit
Tinbum Short Stroke Kit
Weihrauch Schalldämpfer / Kompensator
Vector Optics Orion 16x44 Zielfernrohr
Erster Eindruck & Optik
Egal ob alt oder neu, meiner Meinung nach ist die HW35K einfach ein stimmiges Gesamtpaket. Die klassische Knicker-Optik ist natürlich erhalten geblieben, bekommt durch den überarbeiteten Schaft aber einen modernen Einschlag. Gerade diese Mischung aus traditionellen Linien und etwas dynamischerer Formgebung hat für mich gut funktioniert.
Die Verarbeitung war insgesamt extrem hochwertig, was ich in der Form auch erwartet hatte, Weihrauch halt. 😘
Ergonomie & Handling
Hier in der K-Version war die 35 angenehm kompakt und ließ sich entsprechend gut führen.
Der Schaft ist klar klassisch ausgelegt und kein Match-Schaft, was leider immer ein Kompromiss ist. Gleichzeitig wurde der Griffwinkel aber so gestaltet, dass ich dennoch einen stabilen und festen Halt hatte, was sich im Anschlag positiv bemerkbar gemacht hat.
Die gummierte Schaftkappe ist im Original nicht verstellbar aber ausreichend angenehm. Ihr könnt sonst aber auch jegliche Alternativen mit Verstellmöglichkeiten verbauen, es sind nur zwei Schrauben zu lösen.
Beim Gewicht lag sie für mich in einem angenehmen Bereich und war dadurch stabil und gut kontrollierbar.
Technik & Schussverhalten
Der Knickvorgang lief sauber und gleichmäßig, und auch die Laufverriegelung vermittelte ein solides und mechanisch präzises Gefühl beim Schließen.

Das Zusammenspiel aus AirJoe Tuning Kit und Tinbum Short Stroke lässt diese 35 deutlich aus der Masse hervorstechen und produziert eine ganz besondere „Magie“ 🧚♀️🧚♀️🧚♀️, die sich im Gesamtverhalten deutlich gezeigt hat. Plötzlich wurde aus einem gut schneidenden Messer ein noch präziseres Skalpell, und das ganz ohne Aufregung und Krawall.
Im Schussbetrieb fiel mir vor allem auf, wie ruhig das System arbeitet. Den Prellschlag habe ich als vergleichsweise gering wahrgenommen. Was mir dabei besonders aufgefallen ist: Ich musste die Waffe am Vorderschaft nicht aktiv festhalten, um konstante Ergebnisse zu erzielen. Das kenne ich von Knicklaufgewehren auch ganz anders.
Short Stroke, was ist denn das?
Der Short Stroke verringert das Leistungspotenzial, was bedeutet, dass man den Kolben bei gleicher Leistung über eine kürzere Strecke schneller bewegen kann. Dies verkürzt die Sperrzeit und verringert die Empfindlichkeit beim Halten.
Der Abzug war ein Traum: kurzer Vorweg, klarer Druckpunkt und ein verrückt geringes Abzugsgewicht, richtig gut.

Insgesamt war das Schießen mit der 35 insbesondere durch die o.g. Umbauten wahnsinnig angenehm. Ich konnte mich ganz auf die Schüsse konzentrieren anstelle gleichzeitig auch noch die die Knicker-Mechanik zähmen zu müssen. Klare Empfehlung, wenn ihr bei eurer 35 noch was herausholen wollt.
Mit montiertem Schalldämpfer war das Geräuschbild sehr zurückhaltend, eher ein dumpfer Ton ohne große Spitzen, perfekt für den heimischen Garten.

Die 35 mochte besonders folgende Diabolos:
JSB Exact Express 0,51g 4,5mm
Mit diesen habe ich folgende Leistungsdaten ermittelt:
10 Schuss
Durchschnitt 8J
Durchschnitt 177,20 m/s
Konstanz 5,73 m/s
Abweichung vom Mittelwert 2,38 m/s
Pralle Leistung, so mögen wir das. Und die Konstanz geht für einen Knicker auch mehr als klar.
Auf den verschiedenen Distanzen habe ich dann folgende Ergebnisse dokumentiert:
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
|---|---|---|---|---|---|
10m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 9x8mm | Indoor | Sitzend, vorne aufgelegt | Zielfernrohr, Vector Optics 16x44 |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 20x15mm | Outdoor, kaum Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Vector Optics 16x44 |
Auf 10m lag das Ergebnis für mich im erwartbaren Bereich und war sauber reproduzierbar. Sehr schön, aber auch kein Aufreger.
Auf 25m wurde es dann deutlich (!) interessanter. Im Vergleich zu anderen Knicklaufgewehren lag sie klar im oberen Bereich und bewegte sich leistungsmäßig auf einem Niveau, wo sie selbst das ein oder andere PCP-Gewehr souverän hinter sich lässt, und das als klassischer Knicker. Schaut mal was da in der Hitbox-Region so kreucht und fleucht. Selbst die HW30 hat die 35 in dieser Konfiguration locker hinter sich gelassen.
Da sieht man mal wieder was gutes Tuning bewirken kann. Die konstant guten Ergebnissen auf 25m sind sicherlich auch ein Ergebnis des dadurch entstandenen viel ruhigeren Schussverhaltens.
Eines von zwei Gewehren, die ich tatsächlich behalten habe, das sagt schon einiges aus.
Fazit: Edler-Tuning-Individualist.








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