Hämmerli 850 Airmagnum Custom: PCP-Hansdampf-In-Allen-Gassen (vs. Dominator 1250)
- PelletPanda

- 29. März
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Apr.

Dieses Projekt ist eines der aufwändigsten, die bisher in diesem Blog vorgestellt wurden. Über ein Dreivierteljahr hat es gedauert multiple Waffen, ein buntes Sammelsurium an Zubehör und Umbauteilen und einen Individualschaft zu besorgen, sowie diverse Tests in allen möglichen Kombinationen im In- und Ausland zu machen. Die Erkenntnisse dieser waren dabei mehr als aufschlussreich.
Darf ich mich vorstellen:
Hämmerli 850 Airmagnum
Kaliber 4,5mm Diabolo
Magazin, 8 Schuss
Ab Werk CO2-Antrieb, als Umbau „powered by Pressluft“
Serie <= 7,5J
Individuell:
Tasco Varmint 6-24x42 Zielfernrohr mit Montagen von WestHunter
Laufgewichte von TEC HRO
Carbon-Schaftbacke von TEC HRO
Individualschaft von Steffen Töllner mit Mamba-Parts
Schaftkappe von MEC
HPA-Flaschen von z.B. Powair (800 PSI, 1100 PSI)
Ninja Regulator (für Powerlevel 7,5J; 650-700 PSI)
Walther 300bar Luftpistolenkartusche
Ladehebel von Kaniss
Laufmantel von DRW
Zweibein von UTG
Diverse Adapter und Umbauteile
...ich habe bestimmt etwas vergessen... 🤣🤣
Egal ob Hämmerli 850 Airmagnum, 850 M2 oder sogar Dominator 1250. Alle Gewehre gehören teils schon seit langer Zeit (2006) zum Standard-Luftgewehrsortiment, nicht nur im deutschen Markt. Ich würde zu gerne mal die Absatzzahlen unter die Lupe nehmen, leider sind diese nicht öffentlich bekannt.
Beide Gewehre (850/Dominator) gab es im Laufe der Zeit in den verschiedensten Schaft-Varianten, von Holz bis Kunststoff. Letztere ist wohl die am weitesten verbreitete. Und diese war auch die Basis für diesen Umbau. Dabei wurde die 850 sowohl im Kaliber 4,5mm als auch 5,5mm getestet, die Dominator ausschließlich in 4,5mm.
Der originale und einigermaßen vernünftig verarbeitete Schaft ist funktionsorientiert, aus Kunststoff und kommt ohne jegliche Spielereien daher. Die Dimensionen passten für mich gut was z.B. Länge des Hinterschafts oder Höhe der Schaftbacke angeht. Verstellbar war da allerdings gar nichts. Den Winkel des Griffs fand ich durchaus auch noch angenehm. Eines war mir aber klar: wenn die 850 hier im Blog aufschlägt, dann nicht im non-premium-08/15-Kleid.
Gesagt getan und auf zu Steffen Töllner von T-Customs. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach ein fantastischer Biathlon-inspirierter Individualschaft in wunderschönem Amercian Black Walnut mit verstellbarer Schaftbacke und Montagemöglichkeit für jegliche Schaftkappen. 😍

Alleine über den mit Erfolgen und Misserfolgen gepflasterten gemeinsam bestrittenen Entstehungsprozess könnte ich wohl einen eigenen Erfahrungsbericht schreiben. Letztlich bin ich Steffen sehr dankbar für seine Geduld und seinen Willen immer das Maximum herauszuholen. Das spiegelt sich hier meiner Meinung nach im Ergebnis wider, der Schaft lässt sich fantastisch greifen, ist richtig schön schwer und trivialisiert das Thema Anschlagshaltung. Durch die Verstellmöglichkeiten kann das Gewehr jetzt praktisch jeder nach Geschmack auf sich abstimmen.

Unter der Hülle steckt dann mit der 850 eine absolute Arbeitsmaschine. Dass diese aber wandelbar wie ein Chamäleon ist hätte ich so nicht gedacht. Mit entsprechenden Umbauteilen könnt ihr sie in folgenden Varianten schießen:
Ohne Umbau, CO2, 88g-Kapsel
Adapter/Adapter+HPA-Line auf (0,2l) HPA-Flasche (reguliert), dann proudly powered by Pressluft (Ausgangsdruck 650-700 PSI, 800 PSI oder 1100 PSI, alles geht...nur nicht alles davon in Deutschland 👮♂️👮♂️)
Umbau auf Ventil mit Kartuschenanschluss, dann läuft sie mit Walther 300bar-Pressluft-Kartuschen (geht nicht in Deutschland 👮♂️👮♂️)



Achtung, jetzt gut lesen: beachtet bei 2. und 3. die Gesetzeslage. Der Leistungsoutput darf in Deutschland die 7,5J-Grenze nicht übersteigen. Ich habe solche Varianten ausschließlich im Ausland getestet. Also, macht keinen Scheiß!
Die Basis-Technologie funktionierte in allen Tests und Kombinationen ohne Probleme.
Das 8-Schuss-Magazin lässt sich schnell und einfach füllen, keine filigranen Spielereien wie bei anderen Herstellern. Das Einsetzen/Herausnehmen klappte auch ohne Aufreger. Richtige Klemmer hatte ich keine, ganz butterweich lief der Vorgang des Diabolo-Einführens aber nicht immer. Den Rest des Repetiervorgangs wiederum fand ich klar und sehr definiert. Der Ladehebel von Kaniss brachte da auch nochmal einiges im Vergleich zum Original, vor allem fürs Feeling. Die sich nach jedem Vorgang aktivierende Sicherung fand ich etwas klapprig, aber naja, sie funktionierte bei jedem Schuss ohne Zicken.

Der Abzug war für ein Gewehr dieser Preisklasse unerwartet gut. Sehr leichter überschaubarer Vorweg, ein definierter Haltepunkt, und dann ein sehr moderates Abzugsgewicht. Nothing to worry about. Ja, besser geht immer, aber auch um Welten schlechter. Letztlich ist die 850 ja kein geborenes Match-Luftgewehr. Das Abzugstuning von Kaniss müsste man hier eigentlich nochmal testen.
Was mir bei Schussabgabe aufgefallen ist: sie gibt ordentlich Feedback im Sinne eines merkbaren Schussimpulses, vor allem wenn leistungsstärker. Das fand ich angenehm abwechslungsreich gegenüber der Masse an eher „leblosen“ Pressluftgewehren. Hinzu kommt: in den oben beschriebenen Varianten 2. und 3. ist sie ohne Schalldämpfer sehr laut, fast schon KK-like. Das machte natürlich Laune, besonders in Kombination.
Zum Vergleich habe ich dann mal die Dominator 1250 an den Start gebracht. Die ist im Grunde nahezu identisch beim Look & Feel. Na gut, sie war deutlich leiser, auch ohne Schalldämpfer. Das liegt. u.a. auch daran, dass sie ab Werk auf unter 7,5J gedrosselt ist. Für PCP-Power sorgen hier 300bar-Kartuschen von Walther. Wenn ihr noch eine alte Luftpistolenkartusche der Walther LP300 habt, könnt ihr auch die verwenden. Die reicht vom Volumen her auch für unzählige Magazine. Und Fun Fact: wenn ihr die geschlossene Kappe der 850 verwendet, ist die Kartusche vollständig verdeckt. Wer also die riesige Kartusche vorne nicht so mag, here we go.


Um den Vergleich hier mal direkt abzuhandeln. Auf 10m haben beide Konkurrenten ein Top-Ergebnis eingespielt, aber die Dominator dominierte hier. Auf 25m hatte die Dominator dann aber keine Chance gegen die leistungsstärkere 850 in den Modi über 7,5J. Waren beide jeweils in der 7,5J-Version am Start, lag die Dominator auf 25m knapp vorne. Lasst uns die Daten und Ergebnisse im Detail anschauen.
Beide Gewehre mochten besonders folgende Diabolos:
JSB Exact Express 0,51g 4,5mm
Mit diesen habe ich folgende Leistungsdaten ermittelt:
Hämmerli 850 Export, HPA-Flasche reguliert mit 1100 PSI Ausgangsdruck (s.o. 2.):
10 Schuss
Durchschnitt 11,83J
Durchschnitt 215,45 m/s
Konstanz 3,27 m/s
Abweichung vom Mittelwert 1,03 m/s
Hämmerli 850 Export, Walther 300bar-Kartusche (s.o. 3.):
10 Schuss
Durchschnitt 11,12J
Durchschnitt 208,92 m/s
Konstanz 8,71 m/s
Abweichung vom Mittelwert 2,38 m/s
Hämmerli 850, HPA-Flasche reguliert mit ca. 650-700 PSI Ausgangsdruck (s.o. 2.):
10 Schuss
Durchschnitt 7,57J
Durchschnitt 172,44 m/s
Konstanz 4,28 m/s
Abweichung vom Mittelwert 1,22 m/s
Dominator 1250:
10 Schuss
Durchschnitt 6,82J
Durchschnitt 163,65 m/s
Konstanz 5,65 m/s
Abweichung vom Mittelwert 1,76 m/s
Man kann also sagen die Konstanz der ab Werk regulierten Dominator liegt irgendwo im Mittelfeld und die Power angemessen im deutschen Limit. Die 850 ist umgebaut entweder Exportwaffe mit praller Leistung oder konforme HPA-Knifte mit Leistung genau am hierzulande legalen Limit. Die Konstanz richtet sich nach der Konstellation (Energie, Regulator, etc.), von sehr gut (7,5J) bis Mittelfeld (mehr als 7,5J). Für den legalen Betrieb habe ich einen Ninja Regulator verwendet und einen roten „Shim“ entfernt.
Auf den verschiedenen Distanzen habe ich dann mit der 850 folgende Ergebnisse dokumentiert:
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
|---|---|---|---|---|---|
10m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 10x7mm (70), Walther-Kartusche; 11J | Indoor | Sitzend, vorne aufgelegt | Zielfernrohr, Tasco 24x42 |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 15x10mm (150), HPA-Flasche mit 1100 PSI; 12J | Outdoor, kaum Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Tasco 24x42 |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 20x19mm (380), HPA-Flasche mit 650-700 PSI; 7,5J | Outdoor, leichter Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Tasco 24x42 |
Mit der Dominator sah das Ganze dann so aus:
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
10m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 7x7mm | Indoor | Sitzend, vorne aufgelegt | Zielfernrohr, Valiant Zephyr II 24x50 |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 23x15mm | Outdoor, kaum Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Valiant Zephyr II 24x50 |
Ja, 7x7mm auf 10m, da hat die Dominator gezeigt was sie kann, auf 25m konnte sie aber meine Erwartungen nicht erfüllen, da fehlte einfach ein kleiner Schwung zur Spitzengruppe.
Die 850 war solide auf 10m, wenn auch nicht Elite-Level. Auf 25m lehrte sie dann als Export-Version die Top10 der Bestenliste das Fürchten. Und das finde ich schon krass für ein Gewehr, dass eher aus dem Budget-Bereich kommt, auch wenn es leistungsstärker ist. Und das Ergebnis war keine Eintagsfliege, das ging am laufenden Band so. Schade nur, dass sie mit dem Energielevel nur im Ausland zum Einsatz kommen darf. Denn mit 7,5J konnte ich solche Ergebnisse nicht reproduzieren, s. Tabelle. Da liegt sie dann in der Bestenliste immer noch in guter Gesellschaft, aber eben nicht mehr im Spitzensegment.
Dennoch, aufgrund der Variabilität bleibt die 850 eine wahre und treffgenaue Allzweckwaffe für Plinker.
Fazit: PCP-Hansdampf-In-Allen-Gassen.














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