Colt Government 1911 A1: CO2-Präzisionswerkzeug
- PelletPanda

- 15. Dez. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Feb. 2025

DER Klassiker schlechthin. 1911er gibt es quasi auf Basis jeder Waffentechnologie, scharfe Exemplare in multiplen Kalibern, 6mm Airsoft-Varianten von traditionell bis modern und letztlich auch unser heutiges Exemplar, die 4,5 mm Diabolo-Variante mit 8-Schuss Rotationsmagazin. Was bringt der 1911er von Umarex mit Colt-Branding? Shotgun oder Präzisionswerkzeug?
Darf ich mich vorstellen:
Colt Government 1911 A1
Kaliber 4,5mm Diabolo
8-Schuss-Magazin
CO2-Antrieb
Serie < 7,5J
Individuell:
Colt Kompensator
Colt Combat Grip mit Thumb Guard
Colt Tuning-Set
Vector Optics Victoptics V3 1x22 Sphinx Rotpunktvisier
Walther-Schiene zur Optik-Montage
Wie ihr schon an der Auflistung unter „Individuell“ gemerkt haben solltet handelt es sich hier keinesfalls um ein Out of the Box-Modell. Mitnichten. Hier wurde quasi fast alles an Tuning draufgeworfen was geht. Mir war die Existenz des hier verbauten Tuning-Kits für den CO2-1911er auch nicht bekannt bis ich dieses Exemplar entdeckt hatte. Retrospektiv kann ich sagen macht das Kit aus meiner Sicht auch maximal Sinn. Aber Schritt für Schritt.
Die Grundoptik ist bei diesem Modell absolut klassisch 1911er. Nothing fancy. Und ich finde das super, es muss nicht immer eine komplette Neuinterpretation sein, denn 1911er waren meiner Meinung nach schon immer gutaussehend und auch zeitlos. Damals optisch seiner Zeit voraus, heute immer noch kompetitiv. Mein Testmodell brachte auch ordentlich Charisma mit, zeigte es doch einige Gebrauchsspuren was auch den potentiellen Authentizitätsfaktor weiter verstärkte.
Ich habe aber auch überhaupt nichts gegen Tuning. Das volle hier verbaute Paket besteht aus mehreren Teilen. Einem Kompensator, neuen Griffschalen (die an der Vorderseite miteinander verbunden sind), einem „Thumb Guard“ und einer neuen „Rückenpartie“ der Waffe inkl. Abzugshahn. Im Wesentlichen handelt es sich hier wohl um optisches Tuning, aber ich merkte in Verwendung der Waffe schon leicht verbesserte Stabilität für die Hand und der Hahn ließ sich auch noch flotter bedienen. Ob der Kompensator etwas an der Präzision verbessert hat ist schwer einzuschätzen, aber dazu später mehr wenn es um die Ergebnisse geht.

Insgesamt lag der 1911er sehr gut in meiner Hand, auch schön stabil und nicht zu kopflastig trotz durchaus eines gewissen Gewichts von knapp 1,1kg.
Ich hatte den 1911er im Laufe der Vergangenheit mehrmals vorliegen und konnte schon mit vorigen Exemplaren gute Ergebnisse erzielen, aber ich hatte immer den Verdacht, dass die nicht völlig verstellbare Kimme das Erreichen des besten Ergebnisses das die Waffe an sich zu leisten im Stande ist verhinderte. Als ich dann nach längerer Recherche feststellen durfte, dass es eine Schiene von Walther gibt (u.a. auch für die CP88 Competition und ein Beretta-Replikat nutzbar), die die Kimme plug&play ersetzt und ermöglicht eine Optik zu montieren war die Bestellung ein „No-Brainer“. Auf dieser fand sich dann schnell ein bewährtes Rotpunktvisier von VectorOptics wieder.

Der 1911er kann sowohl im Double Action- als auch Single-Action-Modus verwendet werden. Im Double Action-Modus empfand ich den Abzugswiderstand als stärker, da musste mein Finger schon ordentlich arbeiten. Als ich mich aber daran gewöhnt hatte war es super kontrollierbar und resultierte in durchaus präzisen Ergebnisse auf der Scheibe. Man darf nicht vergessen, dass der Mechanismus das 8-Schuss-Magazin rotieren muss. Ganz anders im Single-Action-Modus. Spannt man den Hahn vor ist der Abzugswiderstand gering und ermöglichte mir deutlich präzisere Schüsse. Es gibt auch in diesem Modus einen gewissen Vorzugsweg bis zum Auslösen des Schusses, der fühlte sich für mich aber insgesamt leicht an. Was bei mir gut funktionierte war dann kurz und knackig aber kontrolliert den Abzugsweg zu überwinden.

Das Einlegen von Magazinen funktioniert super einfach. Der Vorgang mit dem sich nach vorne öffnenden Teil der Waffe erinnert mich an die Funktion eines Schlittenfanghebels, nur andersrum. Auch das Einlegen von CO2-Kapseln im Griff funktionierte problemlos.

Trotz äußeren Gebrauchsspuren war der 1911 technisch voll auf der Höhe.
Der 1911er mochte besonders folgende Diabolos:
RWS Club 0,45g 4,5mm
Mit diesen habe ich folgende Leistungsdaten ermittelt:
10 Schuss
Durchschnitt 2,98J
Durchschnitt 114,93 m/s
Abweichung vom Mittelwert 8,24 m/s
Ich könnte mir vorstellen, dass Exemplare direkt aus dem Werk noch potenter sind im Sinne der Joule (vom Hersteller werden 3,5 Joule angegeben), aber ich konnte auf Basis des aktuellen Leistungsniveaus der Waffe keine Nachteile feststellen. Die Abweichung vom Mittelwert ist nicht so prall, werde da bei Gelegenheit nochmal eine Vergleichswaffe gleichen Typs messen.
Ich habe folgende Ergebnisse dokumentiert (Achtung, frei stehend mit Angabe nach DSB):
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
|---|---|---|---|---|---|
10m | RWS Club 0,45g 4,5mm | 33x43mm 90 Ringe (DSB) | Indoor | Zweihändig, frei stehend | Red Dot |
10m | K&T Royal Match | 13x25mm | Indoor | Aufgelegt | Red Dot |
Wenn ich nach DSB-Regeln die Ringe zähle ist hier alles mindestens bei 8 Ringen, das meiste jedoch bei 9 und 10. Ich habe die 9 und 10 „leider“ dermaßen zerbröselt, dass es schwer ist jeden einzelnen Schuss zu werten, aber ich vermute wir liegen frei stehend bei ca. 9 Ringen im Durchschnitt. Es waren hierbei insgesamt 16 Schüsse, also zwei Magazine. Und die Ergebnisse mit Auflage (10 Schüsse) sind nochmal besser. Das halte ich persönlich für ein fantastisches Ergebnis. Ich lasse mich gerne belehren, aber ob das für eine CO2-Freizeitwaffe noch signifikant besser geht wage ich zu bezweifeln. Und: im Vergleich zu Ergebnissen, die ich mit anderen 1911er- Exemplaren auf gleicher Distanz über Kimme und Korn erreichen konnte sind wir hier deutlich besser unterwegs. Deutlich. Ob das nun „nur“ am Rotpunktvisier liegt oder z.B. der Kompensator hier einen Anteil hat kann ich nicht beurteilen. Aber letztlich ist es mir auch egal, wenn solche Ergebnisse dabei herauskommen.
Leider sind 3 Joule für 25m etwas wenig, das wäre vielleicht der einzige Kritikpunkt, es dürfte etwas mehr Wumms sein.
Fazit: CO2-Präzisionswerkzeug.








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