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Rossi Puma Octagonal: Stainless-Western-Laser

Autorenbild: PelletPanda
PelletPanda
23. Aug.
5 Min. Lesezeit

Rossi Puma Octagonal .357 Magnum

Ihr wisst ja, ich liebe Unterhebelrepetierer. Egal ob Luftdruck oder Real Steel beziehungsweise „Real Business“. Heute steht Letzteres auf dem Programm. Ich habe mir die Rossi Puma Octagonal in .357 Magnum vorgenommen.


Und die macht schon optisch ziemlich unmissverständlich klar, wo die Reise hingeht: langer Achtkantlauf, Stainless-Finish, klassischer Holzschaft und eine Konstruktion auf Basis des Winchester-1892-Systems. Kein kurzer Trapper, kein taktischer Umbau, keine Picatinny-Schiene ab Werk. Hier ist erst einmal ganz klassisch Western angesagt. 🤠🤠🤠


Darf ich mich vorstellen:


  • Rossi Puma Octagonal / M92

  • Kaliber .357 Magnum / .38 Special

  • Röhrenmagazin, 12 Schuss


Individuell:


  • Heinwerkbau Kimme und Korn

  • Paracord am Repetierhebel


Erster Eindruck & Optik


Fangen wir mit dem Offensichtlichen an (wenn ihr mich fragt): Das Ding sieht einfach geil aus. Besonders in Stainless und dem 24"-Achtkantlauf ist die Puma für mich eine klare optische 1 mit Stern. Es muss eben nicht immer taktisch sein. Wobei taktisch natürlich auch geil ist, not lying. 😁


Der 24"-Lauf sorgt dann nicht nur für eine klassische Optik, sondern auch für ordentlich Gewicht, gerade nach vorne raus. 3,8kg bringt die Puma lt. Herstellerangabe auf die Waage. Wenn ihr also einen kompakten und leichten UHR sucht, this one is not for you.


Beim freihändigen Schießen, beispielsweise stehend auf 25 m (DSB), merkt man das durchaus. Wenn man aber nicht ganz schmächtig gebaut ist, sollte das grundsätzlich kein Problem sein. Gerade das Gewicht sorgte dann bei mir dafür, dass die Rossi schön ruhig im Anschlag lag.


Die Verarbeitung meines Testexemplars machte insgesamt einen sehr guten Eindruck. Im Netz findet man durchaus Berichte über Qualitätsschwankungen oder lose Schrauben ab Werk. Bei dieser Puma konnte ich davon allerdings nichts wiederfinden, 0,0.


Ergonomie & Handling


Ergonomisch ist die Puma ziemlich genau das, wonach sie aussieht: ein klassischer Unterhebelrepetierer. Der Hinterschaft hat keinen modernen, stärker angewinkelten Griff und am Vorderschaft gibt es weder Fischhaut noch sonstige zusätzliche Griffflächen. Traditionell ist hier das Stichwort.


Halten ließ sie sich trotzdem gut, aber etwas mehr Grip, vor allem am Vorderschaft, hätte es dann doch sein dürfen. Moderne Rossi-R92-Varianten oder auch entsprechende Marlin-Modelle bieten hier teilweise mehr.


Die geschwungene Schaftkappe legte sich dagegen angenehm an die Schulter. Tja, und die Dämpfung? Fehlanzeige. Da gibt es Stahl. 🥳 Bei einer .357 Magnum empfand ich das allerdings nicht als wirklich problematisch, ist ja nicht .45-70. Rückstoß war vorhanden, aber weit davon entfernt, dass ich deshalb unbedingt eine dämpfende Schaftkappe gebraucht hätte.


Paracord

Eine kleine Änderung würde ich jedem empfehlen, der mit der Puma häufiger und etwas schneller schießen möchte: Paracord am Repetierhebel. Der nackte Stahl kann nach einer längeren Trainingseinheit durchaus unangenehm an den Fingern werden. Paracord der Wahl, eine brauchbare YouTube-Anleitung und ein paar Minuten später sieht das nicht nur gut aus, sondern fühlt sich beim Repetieren auch deutlich angenehmer an, so zumindest meine Erfahrung.



Repetieren & Schießen


Wenn man zu Rossi-Unterhebelrepetierern recherchiert, stolpert man auch immer wieder über Berichte von hakeligen Systemen oder wenig geschmeidigen Repetiervorgängen. Meine Erfahrung mit dieser Puma war eine andere.


Der Repetiervorgang lief richtig smooth und machte einfach Spaß. Auch schnelles Repetieren und Schießen funktionierte problemlos.


Rossi Puma Octagonal Repetierhebel

Geladen wird klassisch über die Ladeklappe auf der rechten Seite. Patrone für Patrone ins Röhrenmagazin. Nach ein paar Wiederholungen hatte ich schnell raus, wie es für mich am flüssigsten funktionierte.


Mit .357 Magnum hatte ich über mehrere Sessions und hunderte Schuss keinen einzigen Klemmer. Bei .38 Special sah das etwas anders aus. Die Puma kann die kürzere Patrone grundsätzlich fressen, allerdings mochte mein Exemplar manche Sorten offenbar weniger. Hier hatte ich gelegentlich Probleme beim Zuführen und beim Hülsenauswurf.


Ich bin deshalb ziemlich schnell bei einer einfachen aber genialen Lösung gelandet: Wenn schon .357, dann auch .357. 😉


Die Puma besitzt zusätzlich eine Daumensicherung sowie eine Halbstellung des Hahns. Beides habe ich beim Schießen praktisch nie aktiv genutzt, aber hey, sie hat es.


Visierung


Ab Werk kam die Puma mit einer klassischen Buckhorn-Kimme und einem Messingkorn. An Buckhorn-Visierungen scheiden sich bekanntlich die Geister. Manche mögen sie, ich gehöre eher zur anderen Fraktion. Deshalb habe ich Kimme und Korn gegen eine Lösung von Heinwerkbau ausgetauscht. Damit kam ich deutlich besser zurecht.


Eine Optik nachzurüsten ist bei der klassischen Octagonal nicht ganz so einfach. Die Kimme sitzt im Schwalbenschwanz und die Waffe besitzt keine Picatinny-Schiene oder etwaige Vorbohrungen. Es gibt entsprechende Adapterlösungen, bei denen allerdings Nacharbeit notwendig sein kann. Im Zweifelsfall würde ich das einem Büchsenmacher überlassen.


Für 25 m habe ich eine Optik aber nicht vermisst. Auf 100 m hätte ich gegen ein kleines Red Dot allerdings definitiv nichts einzuwenden gehabt, später mehr dazu.


Munition & Präzision


Großartig munitionsfühlig kam mir meine Puma mit .357 Magnum nicht vor. Besonders gut funktionierte bei mir die Magtech .357 Magnum mit 158 grs, sowohl als FMJ als auch mit Teilmantelgeschoss (Beispiel).


Magtech .357

Die gezeigten Schussbilder entstanden mit offener Visierung auf 25m. Gerade für einen klassischen Unterhebelrepetierer mit 24"-Lauf war ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Gute Gruppen ließen sich über mehrere Serien ordentlich reproduzieren.


Und genau hier half mir auch wieder das Gewicht: Was man beim längeren freihändigen Anschlag erst einmal halten muss, bringt auf der anderen Seite ordentlich Ruhe ins Gewehr.


Und dann waren da noch 100 Meter …


Einer meiner Lieblings-Fun-Facts zur Puma: 100 m sind mit der .357 Magnum überhaupt kein absurdes Unterfangen.


Wir gingen beim ersten Versuch davon aus, dass wir gegenüber der 25m-Einstellung ordentlich höher anhalten müssten. Mussten wir nicht. Mit der auf 25 m eingeschossenen Rossi konnte ich auf 100 m erstaunlich direkt aufs Ziel gehen. Die Flugbahn der verwendeten .357-Magnum-Laborierung erwies sich auf dieser Distanz als deutlich angenehmer, als wir zunächst erwartet hatten.


Die eigentliche Grenze war für mich weniger das Kaliber als die offene Visierung. Ein Ziel auf 100 m sauber über Kimme und Korn aufzulösen, wird irgendwann einfach anspruchsvoll. Genau hier wäre ein kleines Red Dot ziemlich spannend.


Noch ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand: Cap!


Und jetzt kommen wir zu einem der wichtigsten Zubehörteile für die Rossi Puma.


Ein Cap. Oder besser: Ein Cowboyhut. Ja, ihr habt richtig gehört. 🤭🤭


Rossi Puma Octagonal Draufsicht

Der Hülsenauswurf erfolgt nach oben und die leeren .357er Hülsen fliegen wirklich überall hin. Überall. 😝 Auch auf den eigenen Kopf. Ich habe mir irgendwann angewöhnt, die Waffe beim Repetieren leicht nach rechts zu kippen. Damit ließ sich die Flugrichtung der Hülsen etwas angenehmer gestalten. Beim schnellen Schießen ist das natürlich eher keine Option.

Alternativ: Cap/Hut auf und Vollgas.


Einordnung & Fazit



Die Rossi Puma Octagonal ist für mich genau die Art Unterhebelrepetierer, die ihren Reiz nicht nur aus der Funktion zieht. Sie ist lang, schwer, klassisch und in Stainless schlicht ein Hingucker.

Gleichzeitig schoss das Exemplar mit .357 Magnum ausgesprochen zuverlässig und der Repetiervorgang war eine wahre Freude.


Dazu kam eine Präzision, die mich auf 25m wiederholbar begeistern konnte und selbst Ausflüge auf 100m problemlos möglich machte.


Ergonomisch geht mehr, ja, definitiv. Aber ansonsten bekam ich hier ziemlich genau das, was ich mir von einem klassischen UHR wünsche. Western-Feeling.


John Wayne approves Rossi Puma

Eine Sache noch: der Preis. Mit knapp über 1000 Euro rangiert die Puma eher im Budget-Sektor der Unterhebelrepetierer. Und wenn ich mir da das Thema Value for Money anschaue, ist sie jeden Euro wert.


Fazit: Stainless-Western-Laser.

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