Savage MSR-15 Recon 2.0: AR15-Allrounder-mit-300m-Überraschung
- PelletPanda

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Ich versuche bei solchen Tests eigentlich immer halbwegs neutral an die Sache heranzugehen. Bei der Savage MSR-15 Recon 2.0, ein klassisches AR15 im Kaliber .223 Remington, hat das allerdings nur bedingt funktioniert. Irgendwann zwischen Einschießen, schnellem Handling und den ersten Treffern auf Distanz entstand da wohl eine kleine Liebesbeziehung zu diesem Gerät. Passiert. 😆
Geschossen wurde unter anderem auf der Anlage in Hohenhorn, die mit ihren langen Distanzen und der offenen Umgebung wirklich eine starke Kulisse für solche Tests bietet.

Darf ich mich vorstellen:
Savage MSR-15 Recon 2.0
Kaliber .223 Remington
Halbautomatische Büchse / AR15-System
Freischwingender Handschutz
Ausziehbarer Schaft
Setup im Test:
Burris Four 1-4x24 Zielfernrohr
Zweibein
Magpul-Magazin
Selbstgeladene Munition (ähnlich S&B)
Erster Eindruck & Optik
Die MSR-15 wirkte auf mich insgesamt wie ein typisches AR15, aber durchaus wertiger als viele andere Vertreter der Plattform.
Das Gewicht war für mich angenehm gewählt. Kein ultraleichtes System, das hektisch wirkt, aber auch kein schwerer Klopper. Dadurch lag das Gewehr insgesamt ruhig und ausgewogen.
Ergonomisch passt das Konzept ohnehin. Der verstellbare Schaft funktionierte sehr gut (0,0 Klappern) und der Pistolengriff lag angenehm in der Hand. Eine saubere Anschlagshaltung war für mich so kein Thema.
Optisch macht das Gewehr ebenfalls etwas her. Der lange Handschutz und die insgesamt eher gestreckte Linie geben dem System eine moderne Erscheinung.


Handling & Bedienung
Das Magpul-Magazin funktionierte insgesamt zuverlässig, wollte beim Einsetzen aber gerne noch einen zusätzlichen „Stups“ bekommen, damit es wirklich sicher sitzt. Sonst konnte es vereinzelt zu Zuführproblemen kommen.
Der Speedloader fürs Magazin war dagegen einfach nur angenehm. Gerade bei größeren Schusszahlen machte das Laden damit deutlich mehr Spaß.
Die Sicherung hatte einen satten, klaren Klick und vermittelte einen soliden Eindruck.
Der Ladehebel dagegen hatte ordentlich Widerstand. Für dynamisches Handling passt das durchaus zum Charakter der Plattform, beim ruhigen Präzisionsschießen mit montiertem Scope wirkte das Ganze aber etwas grobschlächtig. Entsprechend war es angenehmer, den Verschluss offen zu lassen und den Bolt Release zu nutzen.
Das verbaute Zweibein gefiel mir ebenfalls gut. Alles saß fest und stabil ohne unnötiges Spiel.
Schussverhalten & Optik
Der Rückstoß der .223 Remington war absolut angenehm. Natürlich mehr Bewegung als bei KK-Systemen, aber weit entfernt von größeren Kalibern wie .308 Winchester. Insgesamt ließ sich das Gewehr sehr kontrolliert schießen und auch bei schnellem Schießen blieb ich mit der Optik einigermaßen im Ziel.
Dazu beigetragen haben dürfte vermutlich auch das Mid-Length-Gassystem der Recon 2.0, das im Vergleich zu klassischen Carbine-Systemen oft als etwas ruhiger beschrieben wird.
Akustisch hatte die MSR-15 ein eher offenes Klangbild, weniger dumpf als viele Repetierer. Gleichzeitig empfand ich sie nicht als unangenehm laut.
Der Abzug war insgesamt völlig in Ordnung. Weder zu schwer noch zu leicht. Für den Besitzer, der aus dem IPSC-Bereich kommt, gab es hier zwar noch Verbesserungspotenzial, für meinen Eindruck funktionierte das Setup aber bereits gut.
Besonders spannend war für mich die Kombination mit dem Burris Four 1-4x24. Anfangs hatte ich ehrlich gesagt Zweifel, ob das auf 100 oder 300m sinnvoll funktioniert. Die Sorgen waren allerdings schnell weg. Das Glas ließ sich unkompliziert einschießen und das Gewehr lag danach sauber Fleck auf 100m. Möglicherweise spielte hier auch das 223-Wylde-Patronenlager samt 5R-Laufprofil mit hinein, das von Savage eher in Richtung Präzision ausgelegt wurde.
Das Ganze hatte fast schon etwas von einem schnellen Red-Dot-Setup und vermutlich hätte selbst das mit Magnifier noch erstaunlich gut funktioniert.
Ergebnisse auf Distanzen
Die Ergebnisse auf 100m waren schnell reproduzierbar und sauber kontrollierbar. Für ein relativ kompaktes 1-4x-Setup funktionierte das überraschend gut. So sah es nach dem Einschießen aus (Fleck anvisiert).
Und dann kam die eigentliche Überraschung: 300m.
Trotz der vergleichsweise geringen Vergrößerung ließ sich die Distanz erstaunlich gut beherrschen. Natürlich mit gewissen Präzisionsabstrichen und sicher nicht auf Match-Niveau, aber dafür, dass vergleichsweise schnell geschossen wurde, war das Ergebnis mehr als ordentlich. Gerade das Zusammenspiel aus Gewehr, Kaliber und kompakter Optik hat hier wirklich Spaß gemacht.
Fazit: AR15-Allrounder-mit-300m-Überraschung
Die Savage MSR-15 Recon 2.0 hat bei mir einen sehr positiven Eindruck (😍😍😍) hinterlassen.
Besonders prägend waren:
das ausgewogene Gesamtgewicht
die gute Ergonomie des AR15-Systems
die überraschend starke Performance auf 100 bis 300m
die Kombination aus Dynamik und brauchbarer Präzision
Genau diese Mischung machte für mich am Ende den Reiz der MSR-15 aus. Eigentlich eher als dynamisches AR15 gedacht, funktionierte sie überraschend gut auch auf mittlere Distanzen bis 300m.
Am Ende blieb eigentlich nur ein Gedanke übrig: diesen AR15-Allrounder-mit-300m-Überraschung will ich haben. 🤩








Kommentare