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Webley VMX: Kompaktes-CO₂-Ass

Autorenbild: PelletPanda
PelletPanda
19. Sept.
4 Min. Lesezeit

Crosman Benjamin Marauder

Endlich mal wieder eine Pistole, yes! Kurz bevor der Sommer 2026 endgültig goodbye sagt, habe ich mir die VMX von Webley zur Brust genommen und auf Herz und Nieren getestet.


Ich war durchaus gespannt, welches Ergebnis dieser Test erbringen würde, denn die technische Verwandtschaft zur Diana Chaser beziehungsweise Bandit ist kaum zu übersehen. In der Szene wird die Webley entsprechend als weitere Variante dieser Plattform geführt. Bei genauerem Hinsehen gibt es zwar Unterschiede bei einzelnen Baugruppen und Ventildetails, der grundlegende Aufbau ist aber wirklich sehr ähnlich.


Also: Ist die VMX eine Chaser im anderen Kleid? Schauen wir mal.


Darf ich mich vorstellen:


  • Webley VMX (Pistol)

  • Kaliber 4,5 mm

  • Magazin (9 Schuss) oder Einzelschussadapter

  • CO₂, 12g Kapsel

  • Serie <= 7,5J


Individuell:


  • Vector Optics SCOM-24 Veyron 3-12x44 SFP Zielfernrohr

  • WestHunter Montage

  • DonnyFL Tatsu Schalldämpfer

  • Zweibein von UTG


Erster Eindruck & Optik


Optisch ist die VMX eine ganz andere Nummer. Sie wirkt modern, eigenständig und deutlich konsequenter gestaltet als die eher klassisch gehaltenen Vertreter der Plattform (die ich optisch nicht wirklich ansprechend finde, sorry!).


Vor allem das gesamte Griffstück mit seiner schlauen Formgebung gefällt mir sehr gut. Das ist zwar aus Kunststoff, aber sehr sauber verarbeitet und wirkt keineswegs billig, ganz im Gegenteil. Dazu kommen Picatinny-Schienen: oben für Optiken, unten für weiteres Zubehör.


Der Lauf ist freischwingend und wird nicht durch ein zusätzliches Barrel Band gehalten, einfach und elegant gelöst.


Auf dem Kornhalter thront ein schön hohes und markantes Korn. Das ist übrigens auch hoch genug um trotz montiertem Schalldämpfer (Gewinde ist 1/2“ UNF) mit der offenen Visierung zu schießen.


Webley VMX Schalldämpfer


Mein Setup


Für den Test habe ich die VMX etwas ungewöhnlicher aufgebaut: DonnyFL-Schalldämpfer, UTG-Zweibein und ein feines Vector Optics-Zielfernrohr. Warum DAS Setup? Ich wollte im Wesentlichen aufgelegt schießen und schauen, was man maximal an Präzision herausholen kann. Und warum der DonnyFL? Weil er geil aussieht und wie die Faust aufs Auge zur Waffe passte. 😁


Webley VMX Top View

Apropos Zielfernrohr...montiert habe ich es sogar nur mit einer Montage. Das kompakte und leichte Zielfernrohr saß damit trotzdem bombenfest. Ich konnte es so außerdem etwas weiter hinten positionieren, ist ja kein klassisches Pistolenzielfernrohr.


Handling


Auch beim Handling machte sie insgesamt eine gute Figur. Sie ist kompakt, ausgewogen und überhaupt nicht kopflastig. Der Griff ist schön voluminös und ergonomisch geformt. So lag die Puste einfach gut in der Hand, selbst bei Auflage.


Der Repetiervorgang funktionierte relativ leichtgängig und ohne Probleme. Ganz so geschmeidig und präzise wie bei höherpreisigen Luftpistolen oder -gewehren fühlte sich der Mechanismus allerdings nicht an.


Der Repetierhebel ist dabei mein größter Kritikpunkt. Funktional ist er, keine Frage. Aber er ist auch ziemlich klein und dadurch etwas arg fummelig. Da hätte ich mir schon ab Werk eine größere und griffigere Lösung gewünscht. In geöffneter Position bleibt er außerdem nicht wirklich fest stehen und kann wieder etwas zurückrutschen.


Man könnte dann denken, dass das Einlegen der Diabolos in den Einzelschussadapter auch eine fummelige Angelegenheit ist. Keine Panik, das war in der Praxis völlig unkompliziert.


Technik


Das Laden der CO₂-Kapsel war angenehm simpel: aufdrehen, Kapsel rein, zudrehen, fertig.


Interessant ist die Effizienz. Die Leistung blieb über einen großen Teil der Kapsel erstaunlich konstant. Erst relativ spät machte sich bemerkbar, dass der Druck nachlässt. Aber selbst dann veränderte sich der Geschossabfall nicht sofort dramatisch.


Die angegebenen rund 40 Schuss pro Kapsel sind damit absolut realistisch.


Schussverhalten


Der Abzug hat mir richtig gut gefallen: kurzer, leichter Vorweg, klarer Haltepunkt und wenig Abzugsgewicht. Für eine Freizeitpistole dieser Preisklasse ist das wirklich stark.


Webley VMX Abzug und Magazin

Der Schussimpuls blieb angenehm gering und die VMX arbeitete insgesamt erstaunlich kultiviert.


Auch akustisch gab sie sich mit dem montierten DonnyFL-Tatsu sehr (!) zurückhaltend. Oder anders gesagt: das war in dieser Kombination vielleicht die leiseste Luftpistole, die ich je gehört habe.


Die VMX mochte besonders folgende Diabolos:


  • JSB Exact Express 0,51g 4,5mm


Mit diesen habe ich folgende Leistungsdaten ermittelt:


  • 10 Schuss

  • Durchschnitt 5,44J

  • Durchschnitt 146,16 m/s

  • Konstanz 4,33 m/s

  • Abweichung vom Mittelwert 1,41 m/s


Für eine CO₂-Pistole ist das eine sehr ordentliche Vorstellung. Vor allem die Konstanz hat mich positiv überrascht.


5,4 Joule reichen für 25 Meter problemlos aus – wenn die Präzision stimmt. Und genau das schauen wir uns jetzt an.


Auf den verschiedenen Distanzen habe ich folgende Ergebnisse dokumentiert:

Distanz

Diabolo

Hitbox / Streukreis

Location / Wetter

Anschlag

Optik

10m

JSB Exact Express 0,51g 4,5mm

10x10mm

Indoor

Sitzend, aufgelegt, Benchrest

Zielfernrohr, Vector Optics 12x

25m

JSB Exact Express 0,51g 4,5mm

27x20mm

Outdoor, kaum Wind

Sitzend, aufgelegt, Benchrest

Zielfernrohr, Vector Optics 12x




Auf 10 Meter ist die VMX aktueller Pistolen-Spitzenreiter auf dieser Distanz (ohne Anschlagschaft). Ja, klar, sie hatte auch ein gutes Zielfernrohr zur Verfügung. Trotzdem muss eine Pistole diese Präzision aber erst einmal liefern. Zum Vergleich mit Pistolen-Karabinern: Sie liegt damit leicht vor der Hatsan Sortie und der Crosman 2289.


Auch auf 25 Meter ist das ist für eine CO₂-Pistole eine richtig starke Vorstellung. Sie liegt knapp hinter der Diana LP8, aber weiterhin vor der Sortie.


Fazit


Die VMX hat mich ziemlich positiv überrascht.


Sie kombiniert eine vergleichsweise einfache CO₂-Plattform mit einem modernen und gut gemachten Gehäuse, guter Ergonomie und erstaunlich viel Präzisionspotenzial. Besonders der Abzug, die ausgewogene Balance und die Konstanz der CO₂-Leistung gefallen mir.


Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der Chaser. Eine 1:1-Kopie ist die VMX nicht. Dafür gibt es zu viele Unterschiede bei den Details. Aber die technische Verwandtschaft ist offensichtlich und macht den Vergleich durchaus interessant. Am Ende ist sie vielleicht tatsächlich eine Art Chaser im modernen Kleid, nur eben eine, die mir optisch deutlich besser gefällt.


Vor allem aber zählt für mich, was auf der Scheibe passiert: in diesem Fall waren das richtig ordentliche Ergebnisse. Die VMX bleibt damit nicht nur ein interessantes Stück aus dem Chaser-Baukasten, sondern eine ausgesprochen potente Freizeit-Luftpistole.


Daumen hoch!


Fazit: Kompaktes-CO₂-Ass.

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