Diana K98 PCP „Special“: Klassiker-Trifft-Pressluft-Präzision
- PelletPanda

- 19. Juli
- 4 Min. Lesezeit

Das K98 PCP von Diana lehnt sich optisch und vom Handling grob an das historische Vorbild an und kombiniert das Ganze mit moderner Presslufttechnik. Genau diese Mischung hat mich gereizt. Und auch bei diesem Gewehr gibt es eine Besonderheit: einen verbauten Regulator von Altaros.
Darf ich mich vorstellen:
Diana K98 PCP
Kaliber 4,5 mm
PCP, Kartusche mit 200 bar
Einzelschuss / Magazin (12 Schuss)
Serie <= 7,5J
Individuell:
Altaros Regulator
Zielfernrohr Valiant Zephyr II 6-24x50 (und nein, das ZF liegt nicht auf...bevor jemand fragt 😉)
Repro-Gurt K98
Erster Eindruck & Optik
Das K98 wirkte auf mich direkt massiv, vor allem bedingt durch den Laufmantel samt integrierter Schalldämpfung. Ich bin da eher den klassischen dünneren Mauser-Lauf des Originals gewohnt. Durch den Echtholzschaft bringt das 98 mehr Gewicht mit, als man zunächst erwarten würde. Das wirkte sich aber positiv aus, da sie dadurch angenehm ruhig lag, insbesondere mit montiertem Zielfernrohr.

Die Verarbeitung ist insgesamt in Ordnung, aber nicht auf einem herausragenden Niveau. Ein Beispiel aus der Praxis: Ich hatte einmal ein Exemplar auf dem Tisch, bei dem sich der Repetierhebel nicht bedienen ließ, weil das Holz im Bereich der Mechanik nicht sauber gefräst war.
Ein Detail ist mir aufgefallen: Der obere Teil des Schafts hat leichtes Spiel, ähnlich wie manchmal beim Original. Ob gewollt oder nicht, trägt das durchaus zum Gesamtcharakter bei.
Optisch gefällt mir das 98 insgesamt gut, vor allem in der Seitenansicht.
Ergonomie & Handling
Der Schaft ist klar als Kompromiss ausgelegt und weit entfernt von einem Match-Schaft. Im Anschlag hat sich das für mich aber weniger negativ ausgewirkt als erwartet. Mit etwas Gewöhnung funktionierte das Setup gut, gerade bei aufgelegtem Schießen.
Die Anschlagshaltung war eher kompakt, bei mittlerer Montagehöhe liegt man relativ „eng“ am System, was ich aber als angenehm empfunden habe.
Das Repetieren war ein echtes Highlight. Der Metall-Verschluss lief geschmeidig und vermittelte ein hochwertiges Gefühl. Im Vergleich zum historischen Vorbild wirkte das Ganze natürlich deutlich flüssiger im Ablauf – na gut, es werden ja auch keine 8x57-Patronen aus einem traditionell konstruierten und feder-gelagerten Magazinkasten geladen.

Der Einzelschussadapter ließ sich problemlos nutzen und war überraschend wenig fummelig. Das Magazin habe ich in meinem Setup nicht verwendet, da es durch das tief montierte Zielfernrohr ohnehin nicht sinnvoll einsetzbar war. Ich gehe aber davon aus, dass es auch ohne Aufreger den Job erledigen würde.
Technik & Schussverhalten
Hinweis vorab: Alle Tests über dem deutschen Leistungslimit wurden im Ausland durchgeführt.
Technisch bietet das K98 PCP einige interessante Optionen. Der nachgerüstete Altaros-Regulator ließ sich vergleichsweise einfach einbauen und einstellen, auch wenn dafür ein gewisser Zerlege-Aufwand notwendig war (ist aber keine Raketentechnik). Ein Nachteil dabei: Das Manometer zeigt nach dem Umbau den Regulatordruck und nicht mehr den Kartuschendruck an. Den Füllstand habe ich daher indirekt über Schusszahl beziehungsweise extern kontrolliert.
Die Leistung lässt sich zusätzlich über den einfachen Wechsel (oder das Weglassen) des Transferports anpassen, was sich im Auslandseinsatz als praktisch erwiesen hat (macht keinen Scheiß, beachtet die jeweilige Gesetzeslage!). Es gibt Anbieter, die verkaufen ein gesamtes Set an Transferports, so kann man quasi das einstellen, was legal möglich ist.
Der Abzug ist der bekannte Diana Improved Trigger (DIT). Ein kurzer Vorweg, leicht gummiartiger Charakter und ein moderates Abzugsgewicht – funktional, aber ohne besondere Highlights.

Im Schuss ist das 98, typisch PCP, sehr ruhig und nahezu ohne spürbaren Impuls. Auffällig war jedoch, dass sich die besten Ergebnisse auf 25m eingestellt haben, wenn die Waffe bewusst etwas fester gehalten wurde. Für ein PCP-Gewehr eher untypisch, passte aber irgendwie zum Gesamtkonzept.
Sehr positiv: Die Geräuschentwicklung war extrem gering. Selbst bei einer Leistung um die 12 Joule war das Gewehr sehr leise.
Das K98 mochte besonders folgende Diabolos:
JSB Exact Express 0,51g 4,5mm
Je nach Konfiguration ergaben sich unterschiedliche Leistungsbereiche (Auszug):
Regulator „minimal“ (Werksleistung, Serien-Transferport):
10 Schuss
Durchschnitt 5,11J
Durchschnitt 141,64 m/s
Konstanz 3,75 m/s
Abweichung vom Mittelwert 1,37 m/s
Regulator „maximal“ (~150 bar, Export-Transferport):
10 Schuss
Durchschnitt 11,92J
Durchschnitt 216,16 m/s
ca. 36 Schuss konstant reguliert, danach langsamer Abfall
Für den Einsatz in Deutschland wurde sie mit maximal 7,5J betrieben, was entsprechend eine höhere Schussausbeute als in der Exportvariante ermöglicht. Entfernt man den Transferport vollständig und stellt den Regulator auf etwa 150 bar ein, ist die volle mögliche Leistung abrufbar. Habe ich aber nicht getestet, hatte nur begrenzt Zeit an dem Tag abroad.
Auf den verschiedenen Distanzen habe ich dann folgende Ergebnisse dokumentiert:
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
|---|---|---|---|---|---|
10m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 10x7mm (7,5J) | Indoor | Sitzend, vorne aufgelegt | Zielfernrohr, Valiant 24x |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 15x12mm (Export) | Outdoor, kaum Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Valiant 24x |
25m | JSB Exact Express 0,51g 4,5mm | 17x18mm (7,5J) | Outdoor, kaum Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Valiant 24x |
Diana K98 PCP 10 Schuss auf 10m Diana K98 PCP 10 Schuss auf 25m (Export) Diana K98 PCP 10 Schuss auf 25m
Auf beiden Distanzen zeigte das K98 PCP sehr konstante und präzise Ergebnisse. Besonders interessant war der Einfluss der Leistung: Mit höherer Energie um die 12J lagen die Ergebnisse im Bereich der aktuellen Spitzengruppe in der Vergleichstabelle. Im auf 7,5J begrenzten Bereich bewegte sich das 98 weiterhin auf einem guten Niveau, rutschte aber eher ins obere Mittelfeld. Das zeigt recht deutlich, welches Potenzial in solchen Systemen steckt, das durch die Leistungsbegrenzung teilweise nicht vollständig ausgeschöpft wird.
Das Diana K98 PCP ist ein ungewöhnliches, aber sehr stimmiges Gesamtpaket.
Besonders prägend waren:
die Kombination aus klassischem Repetierer-Feeling und moderner PCP-Technik
die hohe Flexibilität bei der Leistungsanpassung
die sehr guten Ergebnisse auf 10 m und 25 m
Stand jetzt kostet das 98 neu um die 333 Euro, auf Versteigerungsplattformen teils deutlich darunter. Da kann man meiner Meinung nach nichts falsch machen. Wenn man dann ein Faible für historische Waffen hat, umso besser. Hat jetzt noch keine Erwähnung gefunden, aber so etwas wie der Repro-K98-Gurt ist da dann das Sahnehäubchen on top.
Fazit: Klassiker-Trifft-Pressluft-Präzision.




Kommentare