UX Iconix: Polarisierende-Pressluft-Knifte
- PelletPanda

- 3. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Die Iconix von Umarex, dazu kann ich durchaus eine kleine Geschichte bieten. Ich vermute ich war „damals“ als die Waffe in Deutschland herauskam unter den ersten Bestellern. Ich erinnere mich noch gut daran, habe sie nachts bestellt als die ersten Shops sie als verfügbar im Programm führten. 200 Euro habe ich dafür hingelegt. Und irgendwie war ich wieder auf der Suche nach dem Underdog, der aber dann im Sinne der Präzision groß aufspielt.
Darf ich mich vorstellen:
UX Iconix
Kaliber 4,5mm Diabolo
Magazin, 10 Schuss
Serie <= 7,5J
Pressluft, Kartusche mit 137 bar
Individuell:
Victopics OPSL29 C4 Zielfernrohr 3-12x40
Neo Schalldämpfer (der alte!)
Damals habe ich die Waffe nach dem 10m-Test direkt zurückgesendet. Warum das? Weil ich noch nie so einen miesen Abzug gesehen hatte, so zumindest meine damalige Wahrnehmung. Das erste Mal als ich den Abzug betätigen wollte dachte ich irgendwas ist kaputt, „der löst gar nicht aus“. Bis ich verstanden hatte, dass die zweite Stufe so bretthart und schwer ist, dass ich einfach mehr Kraft aufbringen musste. Das Kapitel war erst einmal geschlossen.
Vor kurzem hatte dann ein großer Otto-Konzern-Händler mit „F“ im Namen die große Weihnachts-Rabattaktion und die Iconix war für einige Tage auf, haltet euch fest, 89,99 Euro reduziert. Und da es scheinbar immer noch genug Menschen im Airgun-Internet gibt, die fest behaupten die Iconix hätte was drauf dachte ich mir ich gebe ihr eine zweite Chance.
Spoiler: den Abzug fand ich in der zweiten Stufe immer noch hart und schwer, aber nicht so katastrophal wie damals. Letztlich erschien er mir durchaus kontrollierbar. Der Trick für mich war nicht zu probieren den Abzug langsam und mit stetig zunehmendem Kraftaufwand zum Auslösen zu bringen. Schnell aber kontrolliert ab Haltepunkt war für mich eine praktikable Devise.
Diesmal habe ich dann auch voll durchgezogen, samt 25m-Test. Aber vorher ein paar allgemeine Dinge.
Optisch finde ich die Iconix durchaus ansprechend. Klar, Plastikbomber. Kein Frage. Aber irgendwie auch interessant, nicht so sehr Standard, sondern ein wenig mehr „modern-verspielt“.
Die Schaftergonomie würde ich als passabel bezeichnen. Der Griff liegt in einem guten Winkel, der Hinterschaft war für mich ausreichend lang und hoch für die Verwendung eines Zielfernrohrs und der Vorderschaft ist etwas wulstiger gestaltet, was sich gut halten ließ. Da könnte sich so manch ein Knicker-Schaft mal eine Scheibe abschneiden. Ich hatte keine Probleme mit einer ausreichend guten Anschlagshaltung. Empfehlung: aufgrund des Abzugsthemas vorne etwas festhalten. Die Waffe ist im Allgemeinen auch sehr leicht (um die 2,2kg lt. Hersteller), ein wenig mehr Stabilisation kann sicherlich nicht schaden.
Mit dem 10-Schuss-Magazin hatte ich keine Probleme, lief flüssig durch. Auch der Einzelschussadapter funktionierte ohne die Diabolos zu verklemmen oder zu verbiegen. Aber: aufpassen, dass die Diabolos sauber in der Lademulde liegen, sonst passiert nämlich genau das. Und das Magazin muss hörbar einrasten, sonst stimmt was nicht.
Den Repetiervorgang über den Biathlon-ähnlichen Hebel fand ich super, schön smooth und leicht mit sattem Klick wenn geöffnet. Hätte ich so nicht erwartet.

Laufgewinde ist auch vorhanden (1/2“ UNF-) und mit verbautem Schalldämpfer war die Iconix ultraleise. Da hörte man gar nichts mehr, so dass der Diabolo im Kugelfang deutlich lauter war. Kann man ohne Ärger mit den Nachbarn in jeder Wohnung nutzen, so behaupte ich.

Auf zu den Ergebnissen...
Die Iconix mochte besonders folgende Diabolos:
H&N Field Target Trophy 0,56g 4,5mm
Mit diesen habe ich folgende Leistungsdaten ermittelt:
10 Schuss
Durchschnitt 6,4J
Durchschnitt 158,52 m/s
Konsistenz 5,02 m/s
Abweichung vom Mittelwert 1,43 m/s
Auf dem Papier sind das wirklich keine schlechten Werte, gar nicht. Vor allem für ein unreguliertes Gewehr mit relativ kleiner 137 bar-Kartusche. Apropos, man bekommt so einige gute Magazine durchgerattert, bevor man im gelben Bereich landet und wieder befüllen sollte. Im Sinne der Effizienz meiner Meinung nach also in Ordnung. Da fand ich die Stormrider „hungriger“.
Übrigens, meine Iconix mochte die JSB Exact Express-Diabolos überhaupt nicht. Sehr ungewöhnlich aber auch sehr offenkundig sichtbar auf der Scheibe
Auf den verschiedenen Distanzen habe ich dann folgende Ergebnisse dokumentiert:
Distanz | Diabolo | Hitbox / Streukreis | Location / Wetter | Anschlag | Optik |
|---|---|---|---|---|---|
10m | H&N Field Target Trophy 0,56g 4,5mm | 14x12mm | Indoor | Sitzend, vorne aufgelegt | Zielfernrohr, Victopics 12x40 |
25m | H&N Field Target Trophy 0,56g 4,5mm | 21x35mm | Outdoor, leichter Wind | Sitzend, vorne aufgelegt, Benchrest | Zielfernrohr, Victopics 12x40 |
Ich rufe uns nochmal den Preis ins Gedächtnis: 89,99 Euro. Ich finde dafür macht man mit der Iconix nichts verkehrt. Wir sprechen immerhin über ein vollwertiges Pressluftgewehr mit all den Vorzügen, die Pressluft eben mit sich bringt (komfortabel, temperaturunabhängig, etc.). Bei 200 Euro würde ich allerdings eher auf die regulierte Stormrider setzen.
Die Achillesferse der Iconix ist und bleibt der Abzug. Hätte Umarex sich hier etwas mehr Mühe gegeben hätte man sicher noch etwas mehr Präzision aus der Waffe herauskitzeln können.
In den Bestenlisten liegt das Gewehr eher im hinteren Mittelfeld. Aber dennoch: wenn der Anspruch ist auf 25m ohne Anstrengung im Schwarzen einer 17x17cm-Scheibe zu bleiben oder gar nur ein wenig einfaches Plinking betreiben zu wollen, here we go.
Fazit: Polarisierende-Pressluft-Knifte.








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